Kobudo

 

 Was ist Kobudo?

Kobudo ist die alte japanische Kunst im Umgang mit den damals üblichen Bauernwaffen.

Zu früheren Zeiten war es den japanischen Bauern, die auf der Insel Okinawa (Ryu-Kyu-Insel) lebten, verboten Waffen zu tragen. Das war damals ausschließlich der höheren Kaste, wie den Samurai erlaubt.

Zum Zeitpunkt, als Okinawa durch fremde Truppen besetzt wurden, fanden auch viele Überfälle auf reisende Handelsleute und Bauern statt, da sie durch das Verbot des Waffentragens am schwächsten waren und sich auch der höheren Kaste unterwerfen mussten. So haben sich die Bauern und Handelsleute aus Gegenständen des alltäglichen Lebens die Waffen selbst entwickelt und damit trainiert. Die Bauern haben zum Beispiel aus dem Dreschflegel für Korn das Nunchaku entwickelt, welches eine hohe Wirkung in Bezug auf Würgetechniken hat.

Aus der Kurbel eines Mühlrades wurde das TONFA entwickelt. Mit dem Tonfa kann man Schläge und Stöße ausführen. Durch die Drehbewegung am Griff erhöht sich die Schlagkraft des Tonfas. Im Training wird mit zwei Tonfas trainiert und diese gleichzeitig zum Blocken und Schlagen oder Stoßen verwendet.

    

 Tonfa

Als dritte Waffe haben wir die KAMA, die so genannten japanischen Reissicheln. Diese Sicheln wurden damals zur Reisernte verwendet und zum Wegtragen von Garben oder Ballen.

Die Sicheln stellen eine sehr gefährliche Waffe dar. Auch bei dieser Waffe handelt es sich um eine Zweihandwaffe, welche für gefährliche Stöße mit der Klinge oder zum Schneiden verwendet wurde. In der Hand eines geübten Kämpfers konnte eine Person durch Schnitte und Stiche sehr schwer verletzt, oder gar schnell getötet werden.

                                                 

                                                                 Kama

Als vierte Waffe kennen wir die SAI-Gabeln. Auch hierbei handelt es sich um eine Zweihandwaffe.Die Sai ist eine Hieb- und Stoßwaffe, die jeweils an den Seiten zwei kleine Zacken hat. Die SAI war ursprünglich dazu da, größere Ballen oder Garben wegzutransportieren. In den Händen eines geübten Kämpfers stellen die SAI-Gabeln eine gute Waffe zum Abblocken von Angriffen und gleichzeitige Verteidigung gegen den Angreifer dar. Durch die Zacken konnte man dem Angreifer das Schwert oder auch Stab entreißen.

                                                         

                                                                   Sai

 

Es gibt noch die Gruppe der Stockwaffen, BO und HANBO.

Bei dem Bo handelt es sich um einen mindestens 1,80 m langen Stab ,der dazu diente, ein Floß abzustoßen oder eine größere Last zu tragen. Für die reisenden Handelsleute war es ein idealer Wanderstab. Durch seine Länge hatte man den Vorteil, einen Angreifer auf weiter Distanz zu halten. Auch die Hebelkraft des Bo ist sehr hoch, so dass schnelle harte Schläge und auch Blocktechniken gegen Schwertangriffe sicher abgewehrt werden konnten.

Der HANBO war zur damaligen Zeit eine Stockwaffe der NINJA. Er wurde hauptsächlich als Waffe für die Nahdistanz genutzt. Durch die Länge von ca. 91 cm bis 1 m war der Stock ideal zum schlagen, stoßen und auch verhebeln von Gelenken. Auch für Wurftechniken aus dem Judo-Bereich war er bestens geeignet.

                                                   

                                                     Bo und Hanbo

Es gibt weit mehr Gegenständen, die zur Waffe der Verteidigung entwickelt wurden, doch einige Gegenstände sind in der heutigen Zeit aufgrund der Gefährlichkeit verboten, wie z. B. das NUNCHAKU.

Unser Training im Karate-Club Hattersheim beschränkt sich auf die Waffen TONFA, SAI, KAMA, BO und hauptsächlich HANBO.

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, den Kampfkunstinteressenten den Umgang mit diesen Waffen näher zubringen und nicht als Instrument zu sehen, Menschen und Tiere damit zu verletzen.

Wir möchten vielmehr die Interessierten faszinieren, wie es möglich sein kann, dass die Waffen kein Fremdkörper sind, sondern vielmehr mit uns eine Einheit bilden.

So werden mit den Waffen KATA (festgelegte Formabläufe) KIHON (Grundschulformen – Grundtechniken) und KUMITE (Partnerübungen) geübt. Darüber hinaus Handlingtraining mit den Waffen, damit sie richtig geführt und gehalten werden.

Mehr Infos bekommt Ihr über den Abteilungsleiter der Kobudo-Abteilung

Ralf ROSENBERGER, 1. DAN Hanbo-Jitsu

E-Mail: Ralf.Rosenberger@t-online.de

Tel.: 06192 / 2 65 86 

 
 
 
 
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